Auf vielen Homepages wird immer wieder die Herstellung von Leiterplatten beschrieben. Leider fehlen dort immer die wichtigsten Angaben, wie z.B. die Angabe der verwendeten Materialien.

 

HINWEIS :

Die Platinenherstellung ist gefährlich, da hier mit Chemikalien gearbeitet wird! Deshalb ist es sehr wichtig, die betreffenden Datenblätter der verwendeten Mittel genauestens durchzulesen und die Sicherheitsbestimmungen PEINLICHST GENAU zu beachten!

Der Autor übernimmt, für die Richtigkeit und evtl. auftretenden Schäden, keine Haftung !!

 

Voraussetzung :

  • perfekte Belichtungsvorlagen
  • ein ordentliches Belichtungsgerät
  • nach Herstellerangaben angesetzte Entwickler- und Ätzflüssigkeit
  • Zeit und Ruhe


1. Belichtungsvorlage:

Die Belichtungsvorlage ist das A und O! Ohne perfekte Vorlage, bekommt man auch keine guten Ergebnisse.
In vielen Tests und Versuchsreihen, haben sich für mich folgende Materialien, als (für mich) sehr gut herauskristallisiert:

Drucker: HP Laserjet 4plus mit org. Toner 92298A
Layoutfolie: FOLEX BG-64
Tonerverdichter: Kontakt Chemie Solvent50

 
Vorgehensweise:

Ätzvorlage wird auf die Folie gedruckt. Welches Programm benutzt wird, spiel keine Rolle.
Nach dem Ausdruck wird die Folie mit Solvent50 eingesprüht. Dieses Mittel ist normalerweise zum lösen von Etiketten gedacht. In unserem Fall aber löst es den Toner auf der Folie leicht an, und lässt ihn sehr dicht ineinander schmelzen. Dies ist besonders wichtig, da sonst die Poren, die beim Ausdruck mit einem Laserdrucker entstehen, später auch auf der Platine sichtbar sind! Die eingesprühte Folie muss anschließend ca. 30min. in waagerechter Lage trocknen. Das Ergebnis sollte nun ein deckend schwarzes Layout sein. Wenn dies nicht der Fall ist, muss die Vorlage erneut gedruckt werden! Evtl. sollte dann mal der Toner überprüft werden.

Vorher

Nachher

 

2. Belichten:

Belichtet werden meine Platinen mit einem Eigenbau-Belichtungsgerät.


Dieses Gerät wurde aus einem alten Scanner und Philips-Gesichtsbräuner gebaut. Beides zusammen bekommt man in einschlägigen Auktionshäusern nachgeworfen. Der Aufbau dieses Gerätes ist ja hier gut ersichtlich, bzw. wird auf anderen Websites genau beschrieben. Deshalb möchte ich auch nicht näher darauf eingehen.
Rechts der Kasten, ist meine Zeitsteuerung. Hier kann ich genau einstellen, wie lange die UV Röhren eingeschaltet werden. Die Zeitsteuerung gibt es bei Conrad als Bausatz zu kaufen ( Conrad : Präzions-Zeitschalter-Bausatz; Art.Nr. 191280; 8,58 EUR ).
Durch den Austausch eines Elkos ( ist in der Anleitung beschrieben ), kann man die Dauer der Einschaltzeiten verändern.

Die Belichtungszeit beträgt bei mir, unter Verwendung von BUNGARD Basismaterial, und 6x15W Philips UV Röhren, ca. 1,5 min.

GANZ WICHTIG:
Der Deckel des Scanners ist während dem Belichtungsvorgang, zu beschweren, damit Platine und Vorlage ganz dicht aufeinander liegen !!!

 

3. Entwickeln:

Zum Entwickeln braucht man folgende Materialien:
( mit diesem Materialien arbeite ich )

  • Entwicklerschale klein ( Conrad: 530247 )
  • Entwicklerschale groß ( Conrad: 530069 )
  • PROMA Entwickler      ( Reichelt: Entwickler 250g )
  • Säurefeste Pinzette   ( Reichelt: PZ K )

 Wichtig ist die ganz genaue Dosierung des Entwicklers. Hierzu bitte die Herstellerangaben beachten!
Für die kleine Entwicklerschale verwende ich immer : 400ml Wasser ( 25°C ) + 4g Natriumhydroxid (NaoH)

Nach dem Belichten wird dann so lange Entwickelt, bis sich kein Fotolack mehr von der Platine ablöst. Dies dauert in der Regel so ca. 30sec. Die Leiterplatte wird während dem Entwicklungsvorgang immer etwas bewegt. So ist gewährleistet, das der belichtete Fotolack, sauber weggeätzt wird.
Ist die Platine fertig entwickelt, wird sie kurz mit klarem Wasser abgespült. Es ist darauf zu achten, das man während dem Entwickeln und Säubern nicht mit der Pinzette o.ä. über die Platine kratzt oder schrubbt. Hierdurch kann man sich schnell eine Leiterbahn o.ä. zerkratzen. Die Platine wird dann unbrauchbar !

 

4. Ätzen

Zum Ätzen stehen mir folgende Materialien und Geräte zur Verfügung:

  • Ätzgerät Nr.2 ( altes Modell ) von Isel
  • Ätzmittel ( Natriumpersulfat ) von PROMA

Die Ätzflüssigkeit wird dem Datenblatt entsprechend Hergestellt.
Bei mir hat sich folgende "Mixtur" bewährt:

2 L Wasser
450g Natriumpersulfat

Eine genaue Zeitangabe kann man beim Ätzen nicht machen. Dies hängt immer vom Zustand und Temperatur der Ätzflüssigkeit ab.
Bei mir dauert es meinst ca. 10-15 min. bei ca. 48°C.

Hat man nun alles richtig gemacht, können sich die Ergebnisse echt sehen lassen:

2-fach Decodertester

 

MoBaSbS Weichendecoder

 

WeichZwei Decoder von Sven Brandt

 

MoBaSbS Belegtmelder ( mit Fingertatschen :-) )

 

Nach dem Ätzen wird die Platine mit Aceton und einem alten Tuch gesäubert. Anschließend kann sie gebohrt werden.
Zum Korrosionsschutz sprühe ich alle Platinen mit Lötlack von Kontakt-Chemie ein. Die Lötbarkeit wird dadurch auch verbessert!

Gebohrt werden meine Platinen mit einer kl. Tischbohrmaschine und Hartmetall - Bohrern. HSS-Bohrer versagen bei Epoxyd - Basismaterial nämlich sehr sehr schnell!!
TIPP : Mal bei 3-2-1 nach "Hartmetall Bohrer" suchen. Dort gibt es die sau günstig :-)